Reisenotizen

 

9. März 2007

Die Reise ist zu Ende und ich habe eine Woche zu Hause in Deutschland verbracht. Diese wenigen Tage waren natürlich angefüllt mit der Bearbeitung der Post, Bestellungen, möglichen Treffen mit Kunden und Freunden und dazu einer Geschäftseröffnung meiner "Seelenschwester"!! Ihr wünsche ich auf diesem Wege noch einmal ganz viel Erfolg und Glück. Ich bin aber sicher, dass alles wunderbar laufen wird.
Das erinnert mich auch daran, dass es bei mir nun schon einige Jahre her ist, dass ich mich selbständig gemacht habe. Es kommt mir manchmal immer noch vor, als wäre es gestern gewesen. Vieles muss sich am Anfang erst einspielen und durch Gespräche mit anderen Gründern habe ich erfahren, dass viele Geschäftsideen sich im Laufe der Zeit erst nach der Gründung richtig entwickeln. Es ist auch immer wieder wichtig, den Überblick nicht zu verlieren und sich ab und zu Zeit zu nehmen, alle Projekte und Geschäftsfelder zu reflektieren. Bei einigen Projekten geht es darum sich zu fragen: "Will ich das überhaupt noch? Verzettel ich mich dabei"? Gerade dann, wenn man seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat, muss man aufpassen, nicht zuviel zu wollen. Darunter leidet manchmal die Übersicht und man kann sich bestimmten Dingen nur halbherzig widmen. Plötzlich merkt man, dass man die Arbeit gar nicht mehr mit soviel Begeisterung macht, wie zu Anfang. Dann wird es Zeit, sich zu überlegen, was man wirklich will. Ich habe das in diesem jahr durch die Unterstützung eines Coaching erfahren. Aber selbst jetzt reflektiere ich noch einige Fragen und sortiere noch etwas aus. Spannend, weil ich plötzlich Freiräume erhalte. Und es stärkt mich auch, weil ich plötzlich Grenzen ziehen muss, wenn ich bestimmte Bereiche nicht mehr erfüllen möchte. Jedenfalls habe ich in diesem Jahr noch viel vor!


Jetzt begebe ich mich wieder auf eine "Nostalgiefahrt" mit der MS Lofoten. Ein traditionelles Hurtigrutenschiff von 1964. Ich freue mich sehr darauf, zumal es sich um meine Lieblingsreisevariante handelt. Anreise Color-Line, Bergenbahn, Bergen-Kirkenes-Trondheim, Dovrebahn und Color-Line zurück. Mal schauen, ob Neptun mir wieder so wohlgesonnen ist, wie auf meinen 3 Touren im Januar bis Anfang März! Fast kein Seegang und schöne Winterlandschaften mit Traumwetter!!
Bis bald und nach meiner Rückkehr hoffe ich dann auf Frühling!

1. März 2007

Nun haben wir schon wieder den Polarkreis überquert. Nachdem wir in den letzten Tagen wunderschönes Wetter hatten, ist es heute wieder einmal die Laune Neptuns, auch die raue Seite zu zeigen. Aber wir sind noch im geschützten Küstenbereich, so dass uns der doch recht heftige Wind bisher keine großen Seebewegungen beschert. Auf allen 3 Reisen hatte ich das Glück, kaum Seebewegung zu haben. Und das im Winter!! Die Barentssee war vor 2 Tagen sogar ein richtiger "Ententeich"!
Wie es uns schon so oft beschert war, haben wir am Abend Richtung Tromsø auch eines der schönsten Nordlichter seit langem gesehen. Es war voller Bewegung und das Licht tanzte über den Himmel! Es ging über von grün nach rosa und rot!! Und das Schöne war, die Menschen konnten es richtig genießen!! Nicht das nächste Foto war wichtig, sondern der Anblick des Naturschauspiels. Natürlich habe ich nichts gegen Fotos und die wurden hier auch gemacht, aber meiner Meinung nach muss man einfach auch die Augen und die Wahrnehmung für das Licht öffnen und das geht nur, wenn ich mich auf die Unendlichkeit einstelle. Das Nordlicht auf ein Foto zu bannen, gibt den Eindruck niemals wieder, den man hat, wenn man unter dem erhellten Himmel steht.
Noch 2 Tage und meine lange Reise entlang der Küste geht für dieses Mal zu Ende. Es waren erlebnisreiche Tage und alles in allem hatten wir wunderschönes Winterwetter. Auch die grauen Tage mit neuem Schnee, wie heute im Augenblick, gehören dazu.
Nun freue ich mich auf zu Hause. Bin gespannt, ob noch Krokusse blühen oder der Frühling schon da ist. Ich habe allerdings nur eine Woche und dann startet schon die nächste Gruppenreise. Das wird dann wieder ein besonderes Erlebnis mit der alten MS Lofoten!! Aber das ist dann wieder eine neue Geschichte, die ich wohl erst weitergeben kann, wenn ich wieder daheim bin.