Notizen einer Polarfee
Warum habe ich die Reisenotizen in Polarfee-Notizen umbenannt? Zum einen werde ich die Reisenotizen als "Hurtigrutenlogbuch" wenn ich unterwegs bin weiterführen. Das werde ich unter dem Punkt Aktuelles über Hurtigruten tun. Es scheint mir passender zu sein.
Der Name Polarfee wurde mir schon vor längerer Zeit von einem Bekannten gegeben als Anspielung auf meine Vorliebe für die Polarregion und den Winter dort. Da mir dieser Name so gut gefiel und er auch zu mir und meinem Angebot passt, habe ich ihn als Namenszusatz übernommen. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!
2. Juli 2009
Ja, ich glaube ich lerne selbst in diesem Jahr mich zu entschleunigen und mit meinem Perfektionismus aufzuräumen! Es gibt immer gleichzeitig so viele Dinge zu tun, dass ich manchmal kaum zum Luftholen komme. Auch wenn ich mit To-Do-Listen arbeite, am Ende habe ich stets das Gefühl, nicht alles geschafft zu haben.
Es gibt in mir diesen fiesen inneren Antreiber, der immer wieder sagt: Das musst Du noch erledigen und das auch noch und jenes ... Sicher kennen das die meisten von uns. Schwierig finde ich bei der Reduzierung auf das Wesentliche dann das schlechte Gewissen im Hinblick auf Dinge, die man loslassen muss. Eigentlich wollte ich doch noch bei allen Freunden und liebgewonnenen ehemaligen Reisegästen anrufen, außerdem muss die Kirschmarmelade gemacht werden usw. Wenigstens habe ich heute eine ganze Menge meiner Homepageseiten aktualisiert, was auch schon lange auf dem Programm stand. Das gibt ein gutes Gefühl, auch wenn wieder etwas in mir nagt, was ich auch noch alles tun müsste. Aber jetzt genug PC-Arbeit. Der Garten mit den Kräutern ruft und jetzt in den Abendstunden ist die große Hitze auch vorrüber. Ich genieße zwar auch die Sonne, aber ich freue mich ehrlich gesagt auch auf die angekündigte Abkühlung zum Wochenende. Hoffentlich kommt sie auch!
19. Februar 2009
Dieses Jahr hat uns Winter fest im Griff. Irgendwie spürt man aber die Natur trotz allem schon in den Startlöchern. Die Knoblauchsrauke ist frisch unter dem Laub schon wieder zu sehen, auch der Gundermann und die Vogelmiere wagen sich schon wieder mit frischen Blättern hervor. Das Grün der Krokusse und Tulpen ist noch einmal zum Stillstand gekommen, obwohl es schon seit etwa Anfang Februar zu sehen ist.
Ich selbst sehne mich auch nach dem Frühling, obwohl ich den Winter liebe. Aber dann doch bitte richtig, mit Schnee, der liegen bleibt, mit Skilanglauf und knackiger Kälte. Dieses Hin und Her mit Einheitsgrau treibt mich zu den Web Cams von Norwegen. Gestern war wieder so ein Tag. Ich folgte der Hurtigrute tageweise mit Bildern. Bei meist strahlender Sonne und viel Schnee sah ich die totale Winteridylle! Am liebsten hätte ich mich in den nächsten Flieger gesetzt und wäre Richtung Norden aufgebrochen.
Aber ich hoffe immer noch auf die Frühlingsboten. An einem Tag Anfang Februar hatte ich schon fast das Gefühl, den Frühling zu riechen. Diese typische Schärfe des Winters war nicht vorhanden. Im Gegenteil, ein leicht warmer Geruch der Erde war schon zu vernehmen. Leider hat sich das bisher nicht wiederholt. Hier wird meine Geduld mal wieder auf die Probe gestellt. Trotzdem ist eines sicher, der Frühling kommt bestimmt und jeder Tag beginnt mit der Hoffnung.
15. Januar 2009
Ich wünsche Allen noch einmal ein gutes neues Jahr.
Es sind nun schon einige Tage ins Land gegangen und meine Reise liegt eine Woche zurück. Es war eine wunderbare, harmonische Reise. Im Gegensatz zu vielen Schiffen vor und nach mir, hatten wir auch Glück mit dem Wetter oder lag es an "The Secret", weil man genau das erhält, was man sich wünscht und worauf man sich konzentriert? Jedenfalls konnten viele Schiffe, vor allem rund um Weihnachten, nicht bis nach Kirkenes fahren, weil es zu stürmisch war. Bei uns begann es zwar mit 2 Tagen Regen, aber dann besserte es sich. Ab den Lofoten wurde es klar und der Schnee kam ab Tromsø. Von da an wurde es ein Wintermärchen mit viel Nordlicht! Die Silvesterfeier in Kjøllefjord ganz oben im Norden war wunderbar mit Feuerwerk am Boden und im Himmel durch pünktliches Nordlicht! Durch den Schnee und das schöne warme Licht des Ortes war es eine verzauberte Stimmung.
Die Umstellung in das "Schmuddelwetter" bei uns in meiner Region fiel mit entsprechend schwer. Mein letzter Eintrag über die Dunkelheit und Polarnacht wurde mir gestern in einem Telefonat wieder bestätigt. Bei einer Freundin in Kiel gab es vor zwei Tagen den ersten Sonnentag seit Anfang Dezember. Ansonsten war es durch das graue Wetter richtig dunkel. Was unterscheidet dabei unser Wetter von der Polarnacht? Dann doch lieber die wunderbare Dämmerung mit den Pastellfarben im hohen Norden, auch wenn die Sonne erst im Januar wieder über den Horizont kommt.
Hier bei uns hat die Sehnsucht nach Frühling schon alle ergriffen. In den Geschäften leuchten die Primeln, Tulpen und vieles mehr. Die Weihnachtsdekoration ist bei vielen mittlerweile in den Keller verbannt worden und die aktive Umsätzung der Neujahrsvorsätze hat begonnen. Ich versuche mich dabei allerdings in diesem jahr an der Natur zu orientieren. Die Energien liegen nämlich noch im Winterschlaf. Es ist eine gute Zeit für die Zielsetzung und das Pläne schmieden, aber die aktive Umsetzung muss noch ein wenig warten. Ansonsten ist es kein Wunder, dass soviele gute Vorsätze schon in den ersten Tagen im Janaur wieder gebrochen werden. Auch der legendäre Frühjahrsputz muss noch etwas warten. Aber auch er hat einen Bezug zur Natur. Wir können durch den Frühjahrsputz nicht nur unsere äußere Umgebung klären, auch unser Inneres wird dadurch wieder in Ordnung gebracht. Deshalb fühlen wir uns danach so wohl.
In diesem Sinne genießen wir doch einfach mal die Vorfreude auf das Frühjahr, ohne uns jetzt schon damit zu überladen. Ich habe nichts gegen einen Farbtupfer in der Wohnung, vor allem bei unserem Schmuddelwetter, aber die Zeit der Aktionen ist noch nicht gekommen.
18. Dezember 2007
Weihnachten kommt immer so plötzlich! Diesen Spruch hörte ich mal wieder in einer Gesprächsrunde und ich dachte darüber nach, dass es mir mit meinen Reisen eigentlich ähnlich geht.
Die Termine stehen immer schon lange vorher fest. Ich versuche jedes Mal, mir die letzten Tage vor der Reise einigermaßen freizuhalten, damit ich etwas Ruhe habe und Kraft tanken kann. Doch genau wie zu Weihnachten, ich kann planen soviel ich will und so früh mit den Vorbereitungen anfangen wie ich will, es gelingt mir einfach nicht, die Tage vor der Reise mit Ruhe zu genießen. Es kommen Bestellungen an, die natürlich noch vor Weihnachten verschickt werden, es müssen dringende Dinge noch zum Jahresabschluss erledigt werden, wozu man erst jetzt die Aufforderung bekommt, Lieferanten sind nicht erreichbar und man wartet dringend auf eine Rückmeldung und so weiter. So merke ich auch in dieser Woche wieder, dass der Arbeitskorb anstatt weniger zu werden, immer höher wird.
Weihnachten ist es ebenso. Die Geschenke habe ich alle zusammen. Trotzdem kehrt keine richtige Ruhe ein. Es gibt immer noch etwas zu erledigen, man muss noch mal in die Stadt fahren und ein Geschenk kommt plötzlich doch nicht zu dem vereinbarten Termin.
Ich nehme mir vor, es mit Humor zu tragen. Es ist fast wie eine "liebgewordene" Gewohnheit. Wenn es plötzlich anders wäre, so wie im letzten Jahr als ich über Silvester keine Reise hatte, dann fehlt etwas. Und obwohl im Moment in Norwegen Tauwetter herrscht, habe ich mir mit fester Überzeugung Schnee und Winter bestellt und den bekomme ich auch geliefert!
10. Dezember 2007
In den letzten Wochen hier in Deutschland habe ich wieder öfter über die Frage nachgedacht, die mir im Zusammenhang mit einer Winterreise in Norwegen ständig gestellt wird. Wie halten es die Norweger im Winter aus? Vor allem in der Polarnacht mit der Dunkelheit?
Nun, wenn ich mir die letzten Wochen hier in Deutschland ansehe, dann frage ich mich immer wieder, wie soll ich es bis Februar/März hier aushalten? Das Wetter ist ein Einheitsgrau. Keine Wolkenspiele, wie im Sturm an der Küste. Ich arbeite den ganzen Tag bei elektrischem Licht, weil es draußen so dunkel ist. Dazu Temperaturen, die eigentlich in den Frühling gehören. Kein Sternenhimmel, kein Schnee und keine klare Luft. Ich kann nur sagen, im letzten Jahr habe ich den November komplett in Norwegen verbracht. Wir hatten wunderschönen Schnee, sind in die Polarnacht hineingefahren und das Licht der Dämmerung war unglaublich! Da bin ich tausendmal lieber in Norwegen bei Schnee und Kälte als hier. Und was die Winterdepressionen angeht - auch eine Frage, die immer wieder gestellt wird - die bekomme ich angesichts der langen Zeit mit dem Grau in Grau eher hier als in Norwegen.
26. November 2007
Endlich habe ich mir die Zeit genommen und meine Seiten überarbeitet. Es war ein längerer Prozess, bei dem ich auch Dinge loslassen musste und Platz für Neues geschaffen habe. Wahrscheinlich hat es auch deshalb solange gedauert. Einige Seiten gehörten einfach nicht mehr zu mir. Immer, wenn ich mir meine Homepage angesehen habe, fühlte ich mich nicht mehr komplett dargestellt und verbunden.
Ich werde noch einiges ändern, neue Gestaltungen finden und Ideen für zusätzliche Punkte habe ich auch schon. Aber es braucht seine Zeit. Da ich bis auf meine Neujahrsreise auch erst im März wieder unterwegs sein werde, habe diesmal die Gelegenheit, alles bis zum Frühjahr umzusetzen.
Bis bald also Ha det bra
Eure Polarfee
